Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeitsversicherung – Berufsunfähigkeit

Grundsätzlich muß unterschieden werden zwischen den Begriffen

  • - Erwerbsunfähigkeit
  • - Berufsunfähigkeit
  • - Dienstunfähigkeit.

 

Ein Berufsunfähigkeitsschutz schützt mit umfangreichen Leistungen. Bereits ab einer Berufsunfähigkeit von 50 % kann durch eine private Vorsorge im Fall einer eingetretenen Berufsunfähigkeit die volle Versicherungsleistung in Anspruch genommen werden und der benötigte finanzielle Ausgleich durch den Wegfall des eigenen Einkommens ist gesichert.

Personen, welche durch Krankheit oder Unfall nicht mehr in ihrem bisherigen Beruf arbeiten können haben noch lange keinen Anspruch auf staatliche Unterstützung, da prinzipiell Arbeitsfähigkeit in anderen Berufsfeldern besteht. Es muß auf dem Arbeitsmarkt eine andere, beliebige Tätigkeit, ohne Rücksicht auf persönliche Empfindlichkeiten, ehemalige Berufsstellungen, vorhandene Qualifikationen oder Gehaltsvorstellungen angenommen werden.

Die meisten Personen unterschätzen die Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden. Jeder Fünfte wird mit diesem Schicksal oft schon in jungen Jahren konfrontiert. Krankheiten aller Art sind dabei als Hauptursache anzusehen – und nicht, wie oft angenommen, Unfälle.

 

Berufsunfähigkeit liegt im allgemeinen vor wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich mindestens 6 Monate ununterbrochen außerstande ist, ihren zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, nicht mehr ausüben kann.

 

Da sich neben den allgemeinen Begriffsdefinitionen weitere für den Leistungsfall relevante Verweisungen in einem Bedingungswerk befinden können sind neben den allgemeinen Definitionen einer

 

  1. abstrakten Verweisung
  2. konkreten Verweisung
  3. Nichtverweisbarkeit

 

ebenfalls weitere Mitwirkungspflichten, Rücktrittrechte, Arztklauseln und andere Einschränkungsmöglichkeiten wie z.B. die Möglichkeit zur Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse in einem Bedingungswerk zu beachten. Die sich vergangenheitsbezogen darstellende Prozeßquote als allgemeines Auswahlkriterium ist ebenfalls in den persönlichen Entscheidungsprozeß mit einzubinden.

 

 

Die kundenfreundlichste Regelung ist die absolute Nichtverweisung.

  1. Abstrakte Verweisung

Mit „abstrakt” ist eine Tätigkeit gemeint, die der Versicherte auf Grund seiner verbliebenen Fähigkeiten noch ausüben könnte, aber nicht konkret ausübt. Es kommen aber dabei nur Tätigkeiten in Frage, die er mit seiner Ausbildung und Erfahrung und gemäß seinem Restleistungsvermögen (gesundheitliches Überforderungsverbot) unter Wahrung der bisherigen Lebensstellung noch ausüben kann. Besteht diese Möglichkeit oder ergibt sie sich zu einem späteren Zeitpunkt durch erfolgte Umschulungen und Weiterbildungen wird der berufsunfähige auf diese Tätigkeit abstrakt verwiesen und erhält keine Leistung.

  1. Konkrete Verweisung

Unter „konkret” ist eine andere zumutbare Tätigkeit gemeint, die der Versicherte bereits tatsächlich aus eigenem Entschluß ausübt und die seinem Wissen und seiner bisherigen Lebensstellung entspricht. Die konkrete Verweisung kommt daher in der Regel erst bei einer Nachprüfung in Betracht, wenn z.B. ein Versicherter eine Umschulung abgeschlossen hat. Besteht diese Möglichkeit wird der berufsunfähige auf diese Tätigkeit konkret verwiesen und erhält keine Leistung.

 

  1. Absolute Nichtverweisbarkeit

Diese Regelung ergibt eine erhebliche Besserstellung des Versicherten. Der berufsunfähige kann in keinem Fall verwiesen werden, selbst dann, wenn er einen anderen Vollzeitberuf noch ausüben kann oder sich umschulen lässt.

Es wird nicht geprüft, ob die versicherte Person noch eine andere Tätigkeit wahrnimmt oder wahrnehmen kann. Der Versicherer verzichtet auf die Möglichkeit der Verweisung.

 

Ob geleistet wird oder nicht ist primär eine medizinische Frage, die der behandelnde Arzt zu beantworten hat, und weniger eine juristische Frage. Keine Verweisung, weder abstrakt noch konkret kann die Entscheidung des Arztes auf Erkennung der Berufsunfähigkeit schmälern. Weder die Möglichkeit eine andere Tätigkeit ausüben zu können (abstrakte Verweisung), noch die tatsächliche Ausübung eines Verweisberufs (=konkrete Verweisung) oder die Umschulung auf einen neuen Beruf kann den Leistungsfall in Frage stellen. Nicht einmal die Nichteinstellung der bisherigen Berufstätigkeit kann den Eintritt des Leistungsfalls vereiteln. Auch spielt es keine Rolle in welcher Höhe nach Eintritt der Berufsunfähigkeit Einkünfte erzielt werden. Rein theoretisch können sogar mehr Einkünfte erzielt werden wie in gesunden Tagen. Allein entscheidend ist die medizinische Indikation des begutachtenden privaten Arztes.

 

  1. Studentenvorteil durch Karrieresicherungs- und Beamtenklausel

Eine zusätzliche Vorteilsregelung kann es für Studenten geben. Die Maßzahl 50 % Berufsunfähigkeit wird hier nicht auf die ausgeübte Tätigkeit bezogen, sondern auf das angestrebte Berufsziel. Da die Tätigkeitsmerkmale bei einigen Berufen gleich sind, ist eine Festlegung auf das Berufsbild noch nicht notwendig, es reicht das angestrebte Berufsziel. Diese Klausel nennt man die sogenannte Karrieresicherungsklausel. Hinzu kommt im Falle der vorzeitigen Dienstunfähigkeit die Beamtenklausel welche besagt, dass sich ein weiterer medizinischer Nachweis der Berufsunfähigkeit erübrigt, da die Entlassung wegen Dienstunfähigkeit laut Bedingungswerk als unwiderlegbare Vermutung der Berufsunfähigkeit i.S. der Bedingungen anzusehen ist. Eine Verweisung auf eine andere Tätigkeit, auch wenn diese tatsächlich ausgeübt wird, ist auch hier nicht möglich.

 

Kriterium ist die absolute Nichtverweisbarkeit.

 

Prozeßquote

 

Allgemein ist auf eine geringe Prozeßquote des Versicherers, nach Möglichkeit auf eine 0 %ige Prozeßquote in Verbindung mit einer Nichtverweisbarkeit, Karrieresicherungsklausel und gegebenenfalls einer notwendigen echten Beamtenklausel (auch für Richter) zu achten und die Berufsunfähigkeitsversicherung ist in Kombination mit einem Krankentagegeld in Betracht zu ziehen. Dies trifft insbesondere auf Freiberufler und Selbständige zu.

 

 

 

Berufsgruppen

 

Diese Vorteile einer Nichtverweisbarkeit sowie einer Karrieresicherungs- und Beamtenklausel steht nicht allen Berufsgruppen zur Verfügung. Insbesondere der akademische Bereich von rechts-, steuer-, und unternehmensberatenden sowie sich daraus ableitenden Berufen profitiert von einer solchen Regelung. Da das Kriterium der absoluten Nichtverweisbarkeit nicht gleichzusetzen ist mit einer allgemeinen Akademikerdefinition wird dieses Produkt nur von einer verschwindend geringen Zahl von Versicherern angeboten.

 

Im Rahmen der am Markt vorhandenen Möglichkeiten können insbesondere die folgenden Berufsgruppen entsprechend qualitativ hochwertige Berufsunfähigkeitsversicherungen nutzen:

 

 

 

Weitergehende Verweisungsklauseln!

Arztanordnungsklausel

Ist in Ihrem Versicherungsvertrag eine Arztanordnungsklausel vereinbart, so kann der Versicherer im Fall der Berufsunfähigkeit verlangen, dass zumutbaren Anordnungen von Ärzten nachzukommen ist, wenn diese – nach Arztmeinung – zur Genesung beitragen. In einigen Vertragswerken geht dies so weit, dass sich Gesellschaften auch vorbehalten einen Arzt auszuwählen.

Berufsklauseln

Vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollten bei manchen Berufsgruppen die Berufsklauseln beachtet werden. Diese regeln die Verweisbarkeit und die Versicherbarkeit der versicherten Personen.

Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse

Eine Prüfung der in den letzten Jahren erwirtschafteten Umsätze kann bei Selbständigen zu einer eingeschränkten Leistung bei einer eingetretenen Berufsunfähigkeit führen, soweit in den letzten Jahren die Umsätze rückläufig waren und diese Verweisungsklausel im Vertrag enthalten ist.

Zeitlich befristetes Leistungsanerkenntnis

Diese Einschränkung ermöglicht eine widerkehrende Gesundheitsprüfung bzw. eine Verweisung auf andere Berufsbilder.

Erwerbsunfähigkeitsklausel

Durch die Erwerbsunfähigkeitsklausel wird dem Versicherungsunternehmen die Verweisungsmöglichkeit erleichtert und die Leistungsvoraussetzungen erheblich verstärkt. Wenn die versicherte Person über keine Berufsausbildung verfügt (z.B. Künstler), eine gefährliche Tätigkeit (Berufssportler) ausübt oder wenn der Beruf ungewöhnliche oder seltene Fähigkeiten erfordert oder es sich nicht um eine geregelte Tätigkeit handelt (Schriftsteller), tritt die Klausel in Kraft.

Ärzteklausel

Die Arztklausel verringert die Verweisungsmöglichkeit bei Ärzten (auch Zahnärzte, Tierärzte und Apotheker), wenn die Möglichkeit fehlt, eine andere Tätigkeit aufzunehmen (sog. Facharztklausel). Fachärzte können dadurch nicht mehr auf Vergleichsberufe außerhalb ihres Fachbereichs verwiesen werden.

Anwaltsklausel

Durch die Anwaltsklausel können rechts- und steuerberatende Berufe (Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer) nicht auf eine andere Tätigkeit verwiesen werden.

Tätigkeitsklausel

Bei Inhabern, Leitern und Mitarbeiter eines Unternehmens, die in ihrem Beruf sowohl kaufmännisch wie körperlich tätig sind, kommt die Tätigkeitsklausel zum tragen. Sie besagt, dass nur die kaufmännische Tätigkeit versichert werden kann.

Fluguntauglichkeitsklausel (loss of license-Klausel)- LOL Klausel

Bei Piloten, Fluglotsen und Cockpit-Personal wird die Loss of Licence Klausel im Falle eines krankheitsbedingten Lizenzverlustes eingesetzt. Die LOL Klausel ist mittlerweile nur noch bei sehr wenigen Gesellschaften im Bedingungswerk verankert.

Seedienstuntauglichkeitsklausel

Falls Kapitäne und Seeoffiziere wegen Seeuntauglichkeit von ihrem Patent keinen Gebrauch machen können, wird die Seedienstuntauglichkeitsklausel angewandt.

  • - Finanzielle Absicherung auch für die Familie
  • - Beitragsbefreiung während der Dauer der Berufsunfähigkeit und voller Leistungsumfang
  • - Ab dem ersten Beitrag Schutz bei Berufsunfähigkeit und im Pflegefall
  • - Einmalige Gesundheitsprüfung bei Vertragsabschluß
  • - Beitragsfreiheit im Versicherungsfall
  • - Keine Ausübung von Ersatztätigkeiten, wenn in dem ausgeübten Beruf Berufsunfähigkeit vorliegt
  • - Flexible Anpassung an die jeweilige Lebensphase
  • - Weltweiter Versicherungsschutz
  • - Verkürzter Prognosezeitraum
  • - Überschußverwendung nach Wahl
  • - Zinslose Beitragsstundung
  • - Zielgruppenorientierter Verzicht auf jegliche Verweisung möglich

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