Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer aktiv im Berufsleben steht kann sich ein durch Unfall oder Krankheit plötzlich eintretendes Ende der beruflichen Karriere schwer vorstellen. Der Eintritt einer Berufsunfähigkeit ist aber keine Frage des persönlichen Alters. Mehr als ein Viertel aller Personen, welche eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente beziehen sind jünger als 46 Jahre. Das Risiko seine individuelle berufliche Leistungsfähigkeit zu verlieren und damit die finanzielle Basis für sämtliche Lebensbereiche einzubüßen wird von den meisten Menschen immer noch unterschätzt oder verdrängt. Wie aus den Statistiken der Berufsgenossenschaften und Verbände zu entnehmen ist haben sämtliche Berufsgruppen einen mehr oder weniger hohen Anteil an Personen, welche während der Erwerbsphase krankheits- oder unfallbedingt berufsunfähig geworden sind. Rund ein Drittel der berufsunfähig gewordenen Personen hatten dabei einen besonders arbeitsintensiven oder stressbeladenen Arbeitsalltag.

Ist die Notwendigkeit einer Berufsunfähigkeitsabsicherung erkannt sollte eine optimale Versicherungslösung angestrebt werden. Hierbei dürfen beitragsorientierte Angebote nicht als Auswahlkriterium maßgeblich sein. Die Versicherungsbedingungen, dargestellt durch die in den „Besonderen Bedingungen“ einer Berufsunfähigkeit aufgeführten Leistungsvoraussetzungen und Leistungsansprüchen sind die relevanten Aspekte. Diese sollten objektiv bewertet und sachlich mit Wettbewerbsangeboten verglichen werden. Die Transparent, Verständlichkeit und umfassende Leistungsabsicherung des angebotenen Produkts sollte als weiterer Aspekt bei der Auswahl des Anbieters berücksichtigt werden.

Neben den Basisdefinitionen einer Erwerbsunfähigkeit oder Berufsunfähigkeit in den Verweisungsklauseln und den vorhandenen konkreten oder abstrakten Verweisungsmöglichkeiten sind zu beantwortende Gesundheitsfragen,  Berufsdefinitionen und Einstufungen in Risikoklassen ebenso maßgeblich bei der Auswahl des Vertragspartners wie sich aus den Bedingungen ergebende weitere Verweisungsaspekte. Diese können sich in Form von Arztklauseln, Arztanordnungsklauseln oder Einkommensklauseln in den „Besonderen Bedingungen von Versicherern befinden und sind natürlich juristisch relevant. Insofern kann sich ein gutes Bedingungswerk auch durch eine geringe Prozeßquote des Versicherers darstellen.

Dieser Informationsvergleich ist notwendig, da es neben der unterschiedlichen Definition einer Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit ebenfalls unterschiedliche Verweisungsmöglichkeiten (Voraussetzungen für den Leistungsbezug) bei Versicherern gibt welche zu erheblichen Schwierigkeiten im Leistungsfall, bis zu entsprechenden gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Versicherern führen können.

Definition Erwerbsunfähigkeit

Die gesetzliche Definition einer Erwerbsunfähigkeit, als Voraussetzung für den Bezug von Leistungen, schränkt den Leistungsbezug quantitativ und qualitativ ein. Es ist kein ausreichender finanzieller Schutz bei einer eingetretenen Erwerbsunfähigkeit für den Geschädigten und dessen Familie mehr vorhanden.

Öffentlich-rechtliche Versorgungswerke, soweit für Berufsgruppen vorhanden, leisten zudem nur bei einer Berufsunfähigkeit von 100 % und wenn die berufliche Tätigkeit eingestellt wird, verbunden mit der Rückgabe der Zulassung. Eine erhebliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit genügt somit nicht. Dies kann zu existenzbedrohenden Situationen führen.

Die gesetzliche Rentenversicherung bringt nach der Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit ab 01.01.2001 keine Lösung des Problems, abgesehen von der schon vorher geringen Anspruchshöhe. Einen Berufsschutz – im bisherigen Beruf oder in einer zumutbaren anderen Tätigkeit – gibt es für nach dem 01.01.1961 Geborene nicht mehr. Es gilt der allgemeine Arbeitsmarkt.

Dabei bedeuten:

•Leistungsfähigkeit weniger als 3 Stunden pro Tag = volle Erwerbsminderungs-Rente

•Leistungsfähigkeit zwischen 3 und 6 Stunden pro Tag = halbe Erwerbsminderungs-Rente.

Definition Berufsunfähigkeit

Da die Definition der Berufsunfähigkeit bei privaten Anbietern einer Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen nicht so eng ausgelegt ist wie die der gesetzlichen Erwerbsunfähigkeit ist eine private Absicherung vorteilhaft und notwendig. Wird die versicherte Person während der Versicherungsdauer zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig …., so erbringen Versicherer Leistungen. Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, ……….voraussichtlich mindestens 6 Monate ununterbrochen außerstande ist, ihren zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, nicht mehr ausüben kann.

Hierbei sind die sich in den einzelnen Bedingungswerken von Versicherern enthaltenen unterschiedlichen Verweisungsmöglichkeiten (Voraussetzungen für den Leistungsbezug) qualitativ ebenso zu bewerten wie die finanzielle Leistungsstärke von Unternehmen. Die Abhängigkeit von Beitrag und Leistung ist somit insofern gegeben, dass der Beitrag nicht der ausschlaggebende Aspekt für den Abschluss bei einem bestimmten Anbieter sein darf, sondern es sind ebenfalls die weiteren Verweisungsmöglichkeiten, die Leistungsstärke des Unternehmens sowie die Prozeßquote zu beachten.

Es ist nun gleich ob Sie gewerblicher Mitarbeiter oder kaufmännischer Angestellter eines Unternehmens,  Selbständiger, Freiberufler oder Unternehmer sind, da sich die gesetzlichen Versorgungssysteme vom bisherigen Berufsunfähigkeitsschutz getrennt haben liegt die Verantwortung zur Absicherung dieses erheblichen Risikos in der privaten Verantwortung der Betroffenen.

Verweisungsklauseln

Allgemein wird, neben den in den Verträgen von Versicherern vorhanden zusätzlichen Kriterien, unterschieden zwischen einer abstrakten, einer konkreten Verweisung sowie einer absoluten Nichtverweisbarkeit. Hinzu kommen kann für Studenten eine Karrieresicherungsklausel sowie allgemein eine Dienstunfähigkeitsklausel oder auch Beamtenklausel.

Dabei bedeutet

Abstrakte Verweisung:

Mit „abstrakt” ist eine Tätigkeit gemeint, die der Versicherte auf Grund seiner verbliebenen Fähigkeiten noch ausüben könnte, aber nicht konkret ausübt. Es kommen aber dabei nur Tätigkeiten in Frage, die er mit seiner Ausbildung und Erfahrung und gemäß seinem Restleistungsvermögen (gesundheitliches Überforderungsverbot) unter Wahrung der bisherigen Lebensstellung noch ausüben kann. Besteht diese Möglichkeit oder ergibt sie sich zu einem späteren Zeitpunkt durch erfolgte Umschulungen und Weiterbildungen wird der berufsunfähige auf diese Tätigkeit abstrakt verwiesen und erhält keine Leistung. Ob die Versicherte Person in dem Beruf auf den verwiesen wird eine Anstellung findet oder nicht spielt dabei keine Rolle.

Konkrete Verweisung:

Unter „konkret” ist eine andere zumutbare Tätigkeit gemeint, die der Versicherte bereits tatsächlich aus eigenem Entschluß ausübt und die seinem Wissen und seiner bisherigen Lebensstellung entspricht. Die konkrete Verweisung kommt daher in der Regel erst bei einer Nachprüfung in Betracht, wenn z.B. ein Versicherter eine Umschulung abgeschlossen hat und eine entsprechende Tätigkeit ausübt. Nun wird der berufsunfähige auf diese Tätigkeit konkret verwiesen und erhält keine Leistung.

Nichtverweisbarkeit:

Die Regelung der Nichtverweisbarkeit ergibt eine erhebliche Besserstellung des Versicherten. Der berufsunfähige kann in keinem Fall verwiesen werden, selbst dann, wenn er einen anderen Vollzeitberuf noch ausüben kann oder sich umschulen lässt. Es wird nicht geprüft, ob die versicherte Person noch eine andere Tätigkeit wahrnimmt oder wahrnehmen kann. Der Versicherer verzichtet auf die Möglichkeit der Verweisung.

Ob geleistet wird oder nicht ist primär eine medizinische Frage, die der behandelnde Arzt zu beantworten hat, und weniger eine juristische Frage. Keine Verweisung, weder abstrakt noch konkret kann die Entscheidung des Arztes auf Erkennung der Berufsunfähigkeit schmälern. Weder die Möglichkeit eine andere Tätigkeit ausüben zu können (abstrakte Verweisung), noch die tatsächliche Ausübung eines Verweisberufs (=konkrete Verweisung) oder die Umschulung auf einen neuen Beruf kann den Leistungsfall in Frage stellen. Nicht einmal die Nichteinstellung der bisherigen Berufstätigkeit kann den Eintritt des Leistungsfalls vereiteln. Auch spielt es keine Rolle in welcher Höhe nach Eintritt der Berufsunfähigkeit Einkünfte erzielt werden. Rein theoretisch können sogar mehr Einkünfte erzielt werden wie in gesunden Tagen. Allein entscheidend ist die medizinische Indikation des begutachtenden privaten Arztes. Kriterium ist die absolute Nichtverweisbarkeit.

Karrieresicherungs- und Beamtenklausel

Als zusätzliche Vorteilsregelung eines guten Bedingungswerkes zur Berufsunfähigkeit kann ein Versicherer die Maßzahl für Studenten von 50 % Berufsunfähigkeit nicht auf die ausgeübte Tätigkeit beziehen sondern auf das angestrebte Berufsziel. Dies ermöglicht bereit für studentische Zielgruppen einen qualitativ hohen Schutz zu einem frühen Zeitpunkt. Da die Tätigkeitsmerkmale bei einigen Berufen gleich sind, braucht sich der Student aus den Zielgruppen im Versicherungsvertrag noch nicht festzulegen. Es reicht das angestrebte Berufsziel. Diese Klausel nennt man die so genannte Karrieresicherungsklausel. Studenten in den Zielgruppen von Versicherern, welche entsprechende Bedingungen anbieten, profitieren also erheblich von einer solchen Berufsunfähigkeitsabsicherung.

Beamtenklausel

Hinzu kommt im Falle der vorzeitigen Dienstunfähigkeit die Beamtenklausel welche bei positivster Definition besagt, dass sich ein weiterer medizinischer Nachweis der Berufsunfähigkeit erübrigt, da die Entlassung wegen Dienstunfähigkeit laut Bedingungswerk als unwiderlegbare Vermutung der Berufsunfähigkeit i.S. der Bedingungen anzusehen ist. Eine Verweisung auf eine andere Tätigkeit, auch wenn diese tatsächlich ausgeübt wird, ist auch hier nicht möglich.

Die Berufs- oder auch die Erwerbsunfähigkeit kann jeden treffen. Fest steht, die staatliche Erwerbsminderungsrente kann oftmals nicht einmal die Grundversorgung der Betroffenen sicherstellen und nicht alle Berufsunfähigkeitsversicherungen am Markt haben die gleiche Qualität. Insofern sollte das Kriterium bei der Suche nach einer qualitativ hochwertigen Absicherung im Berufsunfähigkeitsbereich eine absolute Nichtverweisbarkeit im Bedingungswerk sein.

Je höher die berufliche Qualifikation des Versicherten ist umso wichtiger wird der Verzicht auf eine Verweisung, denn die mit einem Berufswechsel verbundenen finanziellen Aspekte decken sicher selten das bisherige Gehaltsgefüge. Mit finanziellen Einschränkungen und damit verbunden mit einer Reduzierung des persönlichen und familiären Lebensstandard ist dauerhaft zu rechnen.

Daraus ergeben sich für die Versicherten nach der Auswahl eines geeigneten Versicherers folgende Vorteile:

Vorteil 1: Der gewohnte Lebensstandard bleibt erhalten

Durch eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung können Sie Ihren gewohnten Lebensstandard auch dann beibehalten, wenn Sie etwa aufgrund einer Krankheit Ihren Beruf nicht mehr ausüben können.

Vorteil 2: Der Berufsunfähigkeitsschutz ist auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt

Durch eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung wird Ihnen ein Schutz geboten, der optimal auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden kann.

Vorteil 3: Die Hauptversicherung läuft weiter

Die Gesellschaft übernimmt die weiteren Beitragszahlungen für die Hauptversicherung, so dass die Alters- und Hinterbliebenenversorgung ohne Abstriche bestehen bleibt.

Setzen Sie sich mit uns per Mail in Verbindung und schlagen Sie uns einen telefonischen Gesprächstermin vor. Wir werden Ihnen, im Rahmen einer erfolgten Direktanfrage, vorab die entsprechenden Angebotsunterlagen zusenden.
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